Die Geschichte von Oskar aus Rahlstedt-Ost geht weiter


Im Oktober 2021 habe ich hier im Wochenblatt die Geschichte von Oskar (Name geändert) erzählt. Oskar hat mir erlaubt, seine Geschichte weiter zu erzählen. Er möchte auch, dass ich seinen richtigen Vornamen nenne, denn unter dem Namen Frank ist er in Rahlstedt-Ost bekannt. Frank ist obdachlos, die Umstände, die dazu geführt haben, sind vielfältig und vielschichtig. Rahlstedt-Ost ist sein Zuhause, hier fühlt er sich wohl, kennt viele Menschen und so wohnt Frank seit Mai wieder in einem Bushaltehäuschen auf der Straße. Im letzten Herbst bin ich von Mitgliedern des Stadtteilbeirats Rahlstedt-Ost angesprochen worden, ob wir als Kirchengemeinde etwas für Frank tun können. Wir haben Frank vom 1. November 2021 bis Ende April 2022 in einem unserer 4 Container unseres Winternotprogramms an der Trinitatiskirche aufgenommen. Ein Team von 4 Ehrenamtlichen hat sich um Frank und die drei anderen Bewohner mit viel Herzblut und Engagement gekümmert. Leider ist es uns nicht gelungen, für Frank eine Wohnmöglichkeit in seinem geliebten Stadtteil Rahlstedt-Ost zu finden und so hat Frank sich entschieden, mit dem Ende des Winternotprogramms zurück auf die Straße zu gehen. Ab 1. November nehmen wir ihn wieder in einem unserer Container über den Winter auf. Für den Übergang haben wir Frank einen Schlafplatz hinter unserer Kirche eingerichtet und für Frank eine Dixi Toilette bestellt, die Frank zur Hälfte mitfinanziert. Dieses Dixi ist nicht nur eine Toilette, sondern ein kleiner Zufluchtsort und Raum, in dem Frank sein Hab und Gut aufbewahren und verschließen kann. Denn schon einmal wurden ihm an der Bushaltestelle seine Sachen, die er in Tüten aufbewahrt, gestohlen. Am 16. August geschah dann das Unfassbare: Franks Dixi wurde in Brand gesetzt und sein gesamtes Hab und Gut, seine Papiere, sein geliebtes Radio sind verbrannt. Frank laufen immer wieder die Tränen, weil er nicht begreifen kann, wer so etwas tut!?

Wir alle (der Stadtteilbeirat Rahlstedt-Ost, das Startloch, der Baui, das Stadtteilbüro, LVS Prävention Rahlstedt-Ost und die Markusgemeinde) sind fassungslos und verurteilen diese sinnlose und zerstörerische Tat. Wir stehen hinter Frank, geben auf ihn Acht. Wer etwas für Frank spenden möchte, wende sich gerne an mich,

Ihre Wiebke Meers

Pastorin
Markus-Kirchengemeinde
Tel.: 673 10 82
pastorin-meers@markuskirchengemeinde.de