Sophie Scholl – eine evangelische Widerstandskämpferin


„Steh zu den Dingen, an die du glaubst.“ (Sophie Scholl, Tagebuch)

Am 09. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. Sie ist bis heute eine der bekanntesten Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime. Dabei war sie als Mädchen zunächst durchaus fasziniert von der Naziideologie und wurde begeisterte Scharführerin bei dem „Bund Deutscher Mädel“. Doch die humanistisch christliche Einstellung überwog. Sophie las intensiv die Schriften des Kirchenvaters Augustin. Eines seiner bekannten Zitate – unruhig ist mein Herz, bis es ruht in dir! – passt auch zu ihrem Leben, denn sie war eine Suchende, sowohl was ihre Beziehung zu ihrem Freund Fritz Hartnagel betraf als auch ihren Glauben.

1942 konnte sie mit ihrem Studium der Fächer Biologie und Philosophie an der Universität München beginnen. Dort studierte auch ihr älterer Bruder Hans, der mit einigen anderen die studentische Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gründete und Flugblätter verteilte, in denen zum Widerstand gegen die Hitlerdiktatur aufgerufen wurde. Bald beteiligte sich auch Sophie Scholl.

Die „Weiße Rose“ rief dazu auf, ein „neues geistiges Europa“ zu errichten. Das sechste und letzte Flugblatt gelangte durch Helmuth James Graf von Moltke schließlich auch nach Großbritannien, wo es tausendfach nachgedruckt wurde. Englische Flugzeuge warfen es dann über Deutschland ab.

Bei einer Flugblattaktion in der Münchener Universität 1943 beobachtete der Hausmeister sie und ihren Bruder Hans. Beide wurden sofort verhaftet und am 22. Februar 1943 in München mit dem Fallbeil ermordet. Sophie Scholl wurde nur 21 Jahre alt.

Sophie Scholls Zivilcourage und Glaubensmut ist Vorbild und Mahnung bis heute.

In einem Gottesdienst werden Mitglieder der Biografiewerkstatt Berne und Pastorin Usarski an Sophie Scholl erinnern: 19. September, 11.00 Uhr, Friedenskirche Berne, Lienaustraße 6.

Ihre Dr. Christa Usarski