Sommerkonzert am 23. Juni 2019 in der Erlöserkirche Farmsen

Ein klanggewaltiges Konzert war am 23. Juni 2019 in der Erlöserkirche zu hören. Der Chor und das Gemeindeorchester unter der Leitung vom Kantor Michael Gellermann hatten sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Es wurden zwei doppelchörige Psalmvertonungen von Heinrich Schütz gespielt. Dabei teilte sich der Chor in zwei Chöre auf, der eine wurde vom Orchester, der andere von vier Blechbläsern, zwei Trompeten und zwei Posaunen begleitet. Besonders schwierig war es daher für die Chorsänger, dass sie nunmehr mit nur wenigen Mitstreitern ihre Stimme gegen sieben andere melodisch eigenständige Stimmen „verteidigen“ mussten.

Dieses Wagnis, dass die Chorsänger mit Bravour gemeistert haben, wurde mit einem wahren Klangbad belohnt, wenn sich an den Zeilenenden die Klänge der Chöre mit den Klängen von Streichorchester und Blechbläsern vereinigten.

Zwischen diesen beiden Werken am Anfang und Ende des Konzerts gab es wahres Virtuosentum zu bewundern: Michael Gellermann spielte an der Orgel Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge Es-Dur, ein monumentales und technisch hoch anspruchsvolles Werk, das in einer Tripelfuge nicht nur ein, sondern drei Fugenthemen nacheinander einführt und in der Folge miteinander kombiniert.

Kernstück des Konzertes war aber das 4. Brandenburgische Konzert von Bach mit den Solistinnen Saskia Becker-Foß (Violine), Maria Lehmann-Grube und Antje Vetterlein-Helm (Blockflöten). Einfühlsam begleitet vom Streichorchester umflossen sich die Stimmen mal spielerisch, mal getragen und zuletzt triumphierend und verzauberten so die Hörer. Dabei beeindruckte vor allem Saskia mit ihren scheinbar mühelos in atemberaubender Geschwindigkeit vorgetragenen Läufen.

So bot sich den -leider wohl wegen des schönen Wetters nicht so zahlreichen- Zuhörern ein sehr abwechslungsreiches Konzert mit musikalischen Leistungen auf höchstem Niveau und wunderbaren und erfüllenden Klängen, die uns alle noch ein wenig in den Sommer begleiten werden.

Insa Reinharz