Die 68er Bewegung – Themenbrunch im Gemeindehaus Berne

Etwa 70% der Deutschen geben an, dass sie sich von der 68er Bewegung hat beeinflussen lassen. Nach 50 Jahren sind die 68er nun in die Jahre gekommen und das war für uns der Anlass, zu einem Austausch einzuladen. Uns (die Kirchengemeinde Farmsen-Berne und die Arbeitsstelle des Kirchenkreises „Leben im Alter“) interessierte nicht so sehr der große politische Rückblick in der Form eines Vortrages, sondern wie jeder/jede Einzelne diese Zeit erlebt hat. Kurzum, es ging um den Alltag, die Mode, die Einstellungen, die Musik und vieles mehr.

Die Veranstalter hatten eine kleine Einführung in die damalige Zeit vorbereitet und dann begann der lebendige Austausch an den Tischen. Die Stimmen waren sehr vielfältig. Mehrere berichteten, dass sie als junge Menschen darunter gelitten haben, dass während ihrer Lehrzeit alles sehr autoritär zuging. Man durfte nicht widersprechen und die jungen Frauen wurden mit Fräulein angesprochen. Überhaupt, die starren Autoritäten, das war ein durchgehendes Thema, Widerspruch war nicht erlaubt.

Und von der Mode und der Musik ließen sich fast alle beeinflussen. Eine Frau berichtete, dass sie sich spontan vom gesamten ersten Lehrgeld einen Hosenanzug mit großen Blumen kaufte, der zu Hause vorgeführt wurde und dort nur mäßigen Anklang fand. Jemand erinnerte sich daran, dass sein größter Weihnachtswunsch darin bestand, einen Parka geschenkt zu bekommen. Und einer erzählte, dass er wegen seiner langen Haare ständig mit seinem Opa im Clinch lag. Die Frauenbewegung war für einige sehr wichtig, weil sie den Impuls gab, ein Studium zu wagen. Und es waren auch Besucher da, die bei den Demonstrationen dabei waren. Ein Mann wusste noch genau, wie er lauthals die Parolen mitbrüllte.

Zur guten Atmosphäre trug auch der Retrobrunch bei mit alkoholfreier Erdbeerbowle, Käseigel, Fliegenpilz, Kaltem Hund usw., lauter Leckereien aus den 60ern.

Und schließlich gab es auf dem Flügel Musik aus der damaligen Zeit wie „How many roads“ oder „Sag mir, wo die Blumen sind“ und zum Schluss wurde es geradezu bewegend, als alle kräftig sangen „We shall overcome“.