Unsere Partnerschaft mit der ev.-luth. Meru-Diözese im Norden Tanzanias

Seit 1995 hat unsere Gemeinde eine Partnerschaft mit der Meru-Diözese und einem ihrer fünf Kirchenkreise, dem Western District (mit sieben Gemeinden). Unsere Partnerschaft ist geprägt von gegenseitigen Besuchen, regelmäßiger Kommunikation und der Förderung von Projekten.

Aids-Waisen-Fonds

Vor etwa 10 Jahren waren bis zu 10 % der Bevölkerung von HIV/Aids betroffen. Es gab deshalb viele Aids-Waisenkinder.

Von 2002 bis 2011 hat unsere Gemeinde mit 25.000 € aus den Erträgen einer Erbschaft (Legat) den Aids-Waisen-Fonds der Meru-Diözese gefördert. Vor allem wurde damit das Waisenhaus der Diözese, in dem ca. 30 Kleinkinder leben, unterstützt und 23 jugendliche Waisen erhielten Zuschüsse für ihre Schul- und Ausbildungsgebühren.

Aufgrund intensiver Bemühungen und Aufklärung ist inzwischen die Rate der von HIV/Aids Betroffenen auf  5% der Bevölkerung gesunken

Zur Situation der Jugendlichen

Tanzania ist ein armes Land. Etwa 75% der Bevölkerung von 46 Millionen Menschen leben im ländlichen Bereich. Rund 50% der Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. Und 50% der Tanzanier stehen für den täglichen Bedarf nur Ein Euro zur Verfügung.

Die Grundschule / Primary School (ohne Schulgeld) dauert sieben Jahre.  Aber ein Teil der Jugendlichen beendet nicht einmal die Primary School. Nach der Grundschule haben etwa 30% der Jugendlichen die Möglichkeit, die weiterführende Schule / Secondary School zu besuchen, die Schulgeld kostet und vier Jahre (Realschulabschluss)  bzw. sechs Jahre (Abitur) dauert.

Nur etwa 30% der Jugendlichen haben nach Beendigung ihrer Schulzeit (Primary oder Secondary School) die Chance, einen Berufsausbildungsplatz zu erhalten. Anders als bei uns gibt es in Tanzania viel zu wenige staatliche oder privatwirtschaftliche Ausbildungsplätze. Deshalb engagieren sich die Kirchen mit Berufsausbildungszentren, auch unsere Partner zusammen mit uns.

Hinzu kommt: Das Meru-Gebiet - gelegen an den südlichen und östlichen Abhängen des Mt. Meru und der angrenzenden Steppe - ist ein ländlicher Bereich und deshalb leben die meisten Menschen in Meru von der Landwirtschaft. Aber das Meru-Gebiet ist dicht besiedelt. Aufgrund des traditionellen Erbrechts sind die Felder der meisten Familien zu klein geworden, um von ihren Erträgen den Lebensunterhalt ausreichend bestreiten zu können.

Deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche durch andere, zukunftsfähige Ausbildungen aus der Abhängigkeit von der familiären Landwirtschaft herauskommen. Und deshalb ist es das wichtigste Ziel unserer Partner in der Projektzusammenarbeit, Ausbildungsplätze für Mädchen und Jungen zu schaffen.

Das Mshikamano Vocational Training Centre des Frauenwerks der Meru-Diözese

Nach einer Anschubfinanzierung durch unsere Gemeinde 1998/99 gelang es uns, ein Finanzierungsnetzwerk zu schaffen, an dem vor allem unser Kirchenkreis, das Dekanat Bamberg und die Bingo-Lotterie  beteiligt waren. So konnte in den Jahren 2000 bis 2012 dieses Zentrum mit Investitionskosten von 260.000 € Schritt für Schritt aufgebaut werden.

Auf dem Farmgelände des Frauenwerks entstanden sechs Klassenräume, Wohnunterkünfte  für 180 Jugendliche, eine große Versammlungshalle mit Küche (hier wird mit Biogas aus eigener Anlage gekocht), ein Lehrerhaus, ein Verwaltungsgebäude, ein Restaurant (als Einkommensquelle) und eine landwirtschaftliche Abteilung mit Kuh-, Schweine- und Hühnerstall. Die Frauen in Meru haben sich an der Realisierung mit großem Engagement, z. B. durch eigene Workcamps und Spendenaktionen, beteiligt.

So sind nun rd. 250 Ausbildungsplätze entstanden.

Es gibt Ausbildungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Bürofach, Hotelfach und Landwirtschaft sowie zur Kauffrau; außerdem bekommen alle eine Englisch- und Computerausbildung.

Das Projekt Meru Cultural Tours (MCT)

Um die finanzielle Unabhängigkeit des AVTC durch eine zusätzliche eigene Einkommensquelle zu erreichen, ist - mit Hilfe der Tourismus-Experten Anne und Ewald Mitterdorfer vom Senior Expert Service - unter dem Namen Meru Cultural Tours die Projektidee eines lokalen, alternativen Tourismus entwickelt worden, der historisch, kulturell und ökologisch ausgerichtet ist und zudem das Kennenlernen der wirklichen (z. B. sozialen und wirtschaftlichen) Lebensverhältnisse der Menschen in Meru ermöglicht.

Als Unterkunft für die Touristen wurde nun auf dem Gelände des AVTC eine ganz besondere, einmalige Unterkunft gebaut: Das Meru Cultural House. Aus der Form der früheren traditionellen Meru-Rundhäuser (Boma) wurde eine zweistöckige große Boma entwickelt, in der sich Tradition und moderne Bauweise verbinden. Sie steht in einer typischen Meru-Kulturlandschaft: Unter Baumriesen wachsen Bananen und Kaffee.

Meru Cultural Tours wird vielfältige interessante Touren im Meru-Gebiet anbieten, die alle mit einem traditionellen Mahl abschließen und - wie die Unterkünfte und Verpflegung - preisgünstig  sein werden.

Langfristig ist zudem geplant, die alte Feldsteinkirche auf dem Akeri-Gelände in ein Meru-Museum umzugestalten.

Das Besondere dieses Projekts ist: Die Einnahmen von den Touristen fördern die Ausbildung Jugendlicher im AVTC und schaffen Arbeitsplätze.

  • Ausbildung öffnet Wege aus der Armut.
  • Ausbildung ermöglicht Entwicklung.
  • Ausbildung mobilisiert eigene Fähigkeiten.
  • Ausbildung ist ein Beitrag zu politischer und sozialer Stabilität und damit zum Frieden.

Helmut Elliesen-Kliefoth
alle Fotos von Rolf Martin

Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Spenden, die Sie uns nun schon seit Jahren anvertrauen, um in der Meru Diözese sichtbare Aufbauarbeit zu leisten und freuen uns, wenn Sie uns weiterhin unterstützen.

Für weitere Informationen und Rückfragen steht Ihnen Evelyn Hunsicker Tel.: 678 70 17 zur Verfügung.

Konto-Nummer für Spenden
(Bitte Namen, Adresse und Stichwort „Tanzania“ angeben):
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Farmsen-Berne
Haspa 1232/122406, BLZ 200 505 50