25. November 2018

Advent und Weihnachten: Was erwarten wir? Wie warten wir?

Die Adventszeit ist eine Zeit, in der wir viel erwarten, von uns selbst und von anderen: Die Weihnachtspost wird geschrieben, Geschenke ausgesucht und verpackt, Kekse gebacken, Weihnachtsfeiern vorbereitet und  besucht, Adventskalender gefüllt und geöffnet, Zimmer weihnachtlich geschmückt, Kerzen am Adventskranz zum Leuchten gebracht.  Wir denken an die Menschen, mit denen wir verbunden sind und  wollen ein Zeichen der Verbundenheit und Liebe setzen. Zeitweise überfordern wir uns damit und erleben statt Besinnung Gehetztsein. In allem, was wir tun, erahnen wir, dass das Besondere, das Feierliche nicht einfach machbar ist und das Berührtwerden vom Heiligen nicht in unseren Händen liegt. Dafür ist eine andere Haltung hilfreich: Für mich beginnt Advent immer dann, wenn ich im Gottesdienst „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit ...“ singe. In der letzten, der 5. Strophe, heißt es „meins Herzens Tür dir offen ist.“ Die Adventszeit ist ein Weg dahin, meines Herzens Tür zu öffnen für Gott, der an Weihnachten auch in meinem und unserem Leben neu ankommen möchte.

Auf dem Weg hilft es mir, ganz bewusst Zeiten frei zu halten, die nicht schon von vornherein gefüllt sind und die Ruhe zuzulassen. Mir hilft es, jeden Tag mit Freude in dem Adventskalender „Der andere Advent“ zu lesen, den es seit letztem Jahr auch in einer Kinderausgabe gibt.

Eine Autorin (Ines Macke) des Adventskalenders schreibt:

„Wie riecht es im Dezember? Wo klingeln uns im Advent die Ohren? Und wie schmeckt das neue Jahr? Die Sonntage im Kalender „Der Andere Advent“ haben wir in diesem Jahr unseren menschlichen Sinnen gewidmet. Texte und Bilder laden zum Nachdenken ein über unsere Zeit, unser Miteinander und unsere Hoffnungen. Auch der Kalender für die Kinder steht unter dieser Überschrift, sodass die Advents- und Weihnachtszeit für die ganze Familie eine mit allen Sinnen begriffene Zeit werden kann.“

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit, die am 1. Advent beginnt und uns ins neue Jahr 2019 führt. Möge Gottes Zusage uns dabei begleiten und stärken: „Gott spricht: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (Jeremia 29,11)

Für das Pfarrteam

Pastorin Anke Cassens-Neumann