30. November 2019

Erster Advent 2019

Es kommt ein Schiff, geladen ...

so beginnt der bekannte adventliche Choral  (evangelisches Gesangbuch Nr. 8), mit dem unser Kirchenjahr eingeleitet wird. Er gilt als einer der ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesänge und wird in seinen Ursprüngen dem Dominikanermönch und Mystiker Johannes Tauler zugschrieben, der Anfang des 14. Jahrhunderts in Straßburg gelebt hat. Er vergleicht die schwangere Maria mit einem beladenen Schiff, dessen teure Last uns zum Segen wird, wenn wir es recht empfangen.

Der lateinische Begriff „adventus“ stand in der römischen Kaiserzeit für die Ankunft des gottgleichen  Kaisers (Imperator, Caesar, Augustus), wenn der Kaiser mit seinem Hofstaat eine der römischen Provinzen mit seiner Anwesenheit ehrte. Zu diesem Anlass wurden teure Feierlichkeiten arrangiert, Triumphbögen errichtet und auch besondere Adventsmünzen geprägt. Einige dieser Münzen zeigen Adventsschiffe, die zum Ausdruck bringensollen, wie mit dem kaiserlichen Besuch auch Reichtum und Glückseligkeit über die Besuchten kommt. Schiffe galten immer als Träger von köstlichenGütern  und Überfluss.

Diese Münze zeigt den  Kaiser Nero (54-68 n.Chr.) mit der Krone des Sonnengottes anlässlich seines Griechenlandbesuches. Die  Münzrückseite zeigt das Adventsschiff mit geblähtem Segel.

Auf dieser Goldmünze ist der Kaiser Septimius Severus (193-211 n.Chr.) dargestellt. Die Rückseite zeigt ihn mit seinen Söhnen, den Mitkaisern Carracalla und Geta. Das Adventschiff ist hier ein Ruderer mit Fahne und Standarten.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie das Bild des glückbringenden Schiffes durch die Jahrtausende die Menschen begleitet und seine Faszination bewahrt hat.

St.Martini-Kirche in Bremen. Glockenspiel: „Es kommt ein Schiff geladen bis an sein höchsten Bord“

Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv.