24. Dezember 2019

Heiligabend 2019

"Oh Tannenbaum" ... warum eigentlich? 

Bereits in frühesten Zeiten glaubten die Menschen, sich mit immergrünen Pflanzen Lebenskraft und Gesundheit ins Haus zu holen. Derartiger Schmuck durch immergrüne Kränze, Bäume und Girlanden als Sinnbild des ewigen Lebens war bereits unter den alten Ägyptern, Chinesen und Hebräern verbreitet.

In der Antike bekränzten die Römer ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen zu Ehren des Sonnengottes. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter Tannenzweige aufgehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren.

In christlichen Kirchen wurden im Mittelalter Paradiesspiele aufgeführt, bei denen ein Paradiesbaum mit Äpfeln behängt wurde. Der Apfel als Frucht vom Baum der Erkenntnis erinnerte dabei an den Sündenfall und an die Befreiung des Menschen von der Erbsünde durch Jesus Christus. Anfangs war nur der Apfel am Paradiesbaum, allmählich kam weiterer und süßerer Behang dazu. Noch bis ins 19. Jahrhundert fand man in Norddeutschland Adam und Eva und eine Schlange aus Holz oder Gebäck am Weihnachtsbaum.

Ein allgemein üblicher Brauch wurde der Christbaum ab dem Jahre 1605, zunächst im Elsass. Die ersten Kerzen am Baum gab es nachweislich 1611. In einer zwischen 1642 und 1646 verfassten Schrift ereiferte sich bereits ein Prediger am Straßburger Münster gegen den Brauch, in den Häusern Weihnachtsbäume aufzustellen.

Johann Wolfgang von Goethe erwähnte den Weihnachtsbaum 1774 erstmals in der deutschen Literatur. Im Briefroman "Die Leiden des jungen Werthers" wird ein "aufgeputzter Baum" mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln erwähnt.

Zunächst konnten sich nur die begüterten Schichten einen Weihnachtsbaum leisten, da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren. Die Stadtbevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst als ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden, konnte der städtische Bedarf gedeckt werden.

Seinen Siegeszug trat der Christbaum an, als er in evangelischen Kreisen ins Brauchtum übernommen wurde. Auch die katholische Kirche übernahm mit der Zeit den Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen, obwohl dort der Weihnachtskrippe lange Zeit der größere Symbolgehalt zugemessen wurde.

Durch deutsche Auswanderer und Matrosen gelangte der Weihnachtsbaum nach Nordamerika. Im Jahre 1832 stellte der aus Hessen stammende Harvard-Professor Karl Follen als erster einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf und ein Jahr später tat dies auch ein gewisser Gustav Körner im Bundesstaat Illinois.

Nach London gelangte der Weihnachtsbaum, als Albert von Sachsen-Coburg und Gotha 1840 die englische Königin Victoria heiratete. Auf ähnliche Weise gelangte der Weihnachtsbaum auch in die Niederlande, nach Russland und Italien. In Paris führte die Herzogin Helene von Orleans 1837 den Weihnachtsbaum ein, später sorgte Kaiserin Eugenie für eine größere Verbreitung.

Auf dem Petersplatz in Rom wurde 1982 erstmals ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Quelle: Wikipedia