6. April 2020

Osterbräuche - Ostern in Armenien

Die Armenische Apostolische Kirche hat als erste Kirche überhaupt das Christentum zur Staatsreligion erhoben (301 n. Chr.). Heute gibt es weltweit 7 Millionen armenische Christen, davon leben 3,3 Millionen in Armenien.

Ostern in Armenien ist nicht einfach ein Fest unter anderen, sondern das Fest der Feste. Der heilige Athanasius hat das Osterfest „den großen Sonntag“ genannt. Die Karwoche heißt „die große Woche“.

Jeder Tag in der Karwoche wird besonders begangen.

Am Sonntag vor Ostern, am Palmsonntag, kommen die Christen mit frisch geschnittenen Weidenzweigen zum Gottesdienst. Außerdem begeht man den Ritus „Drnbatsek“ (Eröffnung der Türen). Gott wird unter Anrufung gebeten, die Türen seiner Gnade für den Einzug ins himmlische Jerusalem zu öffnen.

Am Großen Montag  gedenken die Gläubigen der Verfluchung des Feigenbaumes.

Am Großen Dienstag thematisiert die armenische Kirche das Gleichnis von den zehn Jungfrauen.

Der Große Mittwoch hat die Salbung in Bethanien zum Zentralsymbol.

Am Großen Donnerstag wird vor allem die Bedeutung des letzten Mahls Jesu mit seinen Jüngern gefeiert. Am Nachmittag legen die Priester ihre prächtigen Messgewänder ab und waschen zwölf Jungen die Füße.

Der Große Freitag beginnt schon am Vorabend. „Chavarum“ (Finsternis) heißt der Ritus und erinnert daran, dass nach Christi Tod Finsternis im Land herrschte. Am Altar werden nach und nach die Kerzen gelöscht und es ist dunkel, nur noch eine Kerze brennt. Das symbolisiert die Flucht der Jünger, die Jesus allein ließen.

Am Abend wird das Begräbnis nachvollzogen, indem das Kreuz auf dem Altar mit einem schwarzen Schleier bedeckt wird.

Der Große Samstag ist der Tag der Höllenfahrt Jesu, da er dem Fleisch nach noch im Grab bleibt, dem Geist nach aber zur Unterwelt absteigt, um auch den Toten die Heilsbotschaft von der Erlösung der Seelen der Gerechten zu bringen. Festgesänge werden gesungen.

Ostern ist das große Fest der Auferstehung. Die Kinder bringen oft bemalte Eier in die Kirche mit, um nach der Messe mit den gesegneten Eiern die nationalen Ostereierspiele zu spielen. Das armenische Volk feiert Ostern immer mit großer Freude, mit Lied und Tanz, mit Reiterspielen, mit dem Osterbrot und auch gibt es Spiele, indem die rot gefärbten Eier im Gras gerollt werden.

Ingrid Frank