24. März 2019

Passions- und Fastenzeit

In der Passionszeit erinnern sich die Christinnen und Christen an die Leidenszeit und das Sterben von Jesus Christus. Eine vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest ist seit dem 4. Jahrhundert bezeugt. In den Jahrhunderten davor wurde nur in der Karwoche gefastet.

Die Passionszeit, von lateinisch "passio = Leiden", beginnt am Aschermittwoch und endet am Samstag vor Ostern (Karsamstag). Sie dauert 40 Tage, wobei die Sonntage nicht mitgezählt werden. An den Sonntagen kann das Fasten unterbrochen werdeen. Die Zahl 40 findet sich in etlichen Bibeltexten. Nach seiner Taufe im Jordan hat Jesus 40 Tage lang in der Wüste gebetet und gefastet, um sich auf sein Wirken vorzubereiten. Nach den Schilderungen des Alten Testaments war der Prophet Elia 40 Tage zum Berg Horeb unterwegs, wo ihm Gott begegnete. Das Volk Israels verbrachte 40 Jahre in der Wüste.

Die Passionszeit wird auch Fastenzeit genannt. Das Judentum verfügte über eine reich ausgestaltete Fastenzeit. Die Christen knüpften an diese Tradition an und beschränkten sich auf eine Abendmahlzeit. Hinzu kam dann, dass man auf Fleisch und Wein verzichtete, später auch auf Milchprodukte. Am Karfreitag und Karsamstag wurde gar nichts gegessen. Das Fasten galt als Mittel im Kampf gegen Versuchungen, das Gebet wurde intensiviert und man hoffte auf den Empfang des göttlichen Geistes. Auch die soziale Komponente spielte eine Rolle. Man fastete, um andere zu unterstützen.

In der evangelischen Kirche hatte man den Brauch des Fastens lange Zeit vergessen, nur noch am Karfreitag wurde auf Fleisch verzichtet. Seit etlichen Jahren gibt es die Aktion „7 Wochen ohne“, die auch im außerkirchlichen Bereich von sehr vielen Menschen praktiziert wird.

Der Verzicht und das Fasten sollen auf einen bewussten Umgang mit Gottes Gaben und seiner Schöpfung hinweisen. Auch gilt die Fastenzeit als Zeit der Besinnung und soll uns aufzeigen, wie wir unser Leben verantwortungsvoll gestalten können.

In der Passions- und Fastenzeit werden der Altar und die Kanzel durch ein violettes Tuch geschmückt. Violett steht in der Kirche für Besinnung und Gebet, für Buße und Umkehr. Die Farbe Violett wird in der Vorbereitungszeit auf die hohen Feste verwendet, in der Advents- und Passionszeit und auch am Buß- und Bettag.

In der Passionszeit erklingt als immer wiederkehrendes musikalisches Element (Liturgie) in den Gottesdiensten nur das „Kyrie eleison“ (Herr, erbarme dich). Die lobpreisenden Stücke wie das „Halleluja“ und das „Ehre sei Gott in der Höhe“ entfallen.

Pastorin Christa Usarski