21. Dezember 2019

Vierter Advent 2019

Magnificat

Meine Seele erhebet den Herrn,
und mein Geist freuet sich Gottes,meines Heilandes;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.
Siehe von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder;
denn er hat große Dinge an mir getan,
der da mächtig ist und des Name heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währet für und für
bei denen, die ihn fürchten.
Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet,
die hoffertig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl
und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllet er mit Gütern
und läßt die Reichen leer.
Er denket der Barmherzigkeit
und hilft seinem Diener Israel auf,
wie er geredet hat unsern Vätern;
Abraham und seinem Samen ewiglich.

(Lukas 1,46-55)

 

Wenn ich als Kind im Krippenspiel die Maria spielen durfte, musste ich auch ihren Lobgesang singen. Ich weiß nicht mehr, ob ich damals viel verstand von dem, was ich sang, Aber ich hatte große Ehrfurcht vor Marias Worten. Eine einfache, junge Frau vermochte ihre Seele zu Gott zu erheben. Heute weiß ich, dass ihr Hymnus große Ähnlichkeit mit dem Psalm hat, mit dem die unfruchtbare Hanna auf die Ankündigung der Geburt ihres Sohnes antwortet. (1. Samuel 2,1-10)

Maria hört auf die Worte des Engels Gabriel, und sie sagt Ja zu dem, was Gott mit ihr und der Welt vorhat. Gott bedient sich dazu nicht der Mächtigen, politisch Einflussreichen, sondern schlichter , einfacher Menschen. Er ist auf der Seite der Armen und Hungrigen. Er erbarmt sich derer, die ihn fürchten. Und er hilft seinem Diener Israel auf.

Wenn wir wieder das Christfest feiern, dann, weil Gottes Zusage durch seinen Sohn allen Menschen, auch uns, gilt. In seinem Sohn Jesus ist Gott für alle Mensch geworden. Er hat uns den Bruder Jesus an die Seite gestellt.

Darum dürfen auch wir mit Maria (in einer anderen Übersetzung) singen:“Meine Seele preist den Herrn, und mein Geist jauchzet über Gott, meinen Erretter.“

Ingrid Frank