6. Dezember 2019

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?

Das ist doch immer wunderbar und wunderschön. Alle Welt bereitet sich auf Weihnachten vor. Die Wohnung wird geschmückt. In den Fenstern erstrahlen Lichter. Plätzchen werden gebacken, der Duft von Mandeln und Nüssen erfüllt die Luft. Manch altes Buch wird wieder hervorgeholt - Märchen, Legenden und Sagen rühren uns nie so an wie in diesen Tagen.

Ein Zauber liegt in der Luft, der die Welt verändert. Der Zauber des Anfangs, des Kleinen, des Ohnmächtigen. Ein kindlicher Zauber.

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Jesaja 11, 1 - 2

Dann treten wir zur Krippe und wagen einen Blick. Das Neugeborene hält unsere Augen gefangen. Es ist klein und schutzlos. Es braucht Zuwendung, tröstende Worte und schützende Hände. Nur durch unsere liebevolle Hinwendung wächst es in dieser Welt und in unserem Leben. Und verändert unser Leben. Damals wie heute zeigt der Blick in die Welt Ungerechtigkeit auf allen Kontinenten. Völker leiden unter der Willkür von Machthabern. In unserer Gesellschaft zieht Kälte zwischen den Menschen ein. Die Sorge wächst, von seinem Verdienst leben zu können oder seinen Ruhestand genießen zu können. Die Frage bohrt, wie wir den Klimawandel stoppen können!

Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jesaja 9, 5

Genau in dieser Situation tragen wir in unserem Herzen einen Funken: es ist eben doch anders. Die Welt wird nicht immer so bleiben. Denn Gott ist in der Welt.

„Wenn wir sagen: Es ist Weihnacht, dann sagen wir: Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist. Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch.“  (Karl Rahner)

Der Frieden wird sich durchsetzen – mit Gottes Hilfe. Friede sei mit euch!

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen auch im Namen Ihrer Kirchengemeinde und allen Pastorinnen und Pastoren

Ihr Jürgen Wippermann (Pastor)