Das Grabmal von Francois Giraud in St. Martin sur la Chambre von 1916

Reise-Impressionen von Jürgen Wulf

Auf meinen Wanderungen durch die Bergwelt in Savoyen fiel mir dieses Kruzifix wegen seiner besonderen theologischen Hinweise auf.

Das Grabmal aus Gusseisen zeigt den sterbenden Christus, zu dessen Füßen beiderseits zwei Engel knien, die einen Kranz und eine Girlande halten, die aus Rosen bestehen. Die kleinen Sockel der Engel sind mit geflügelten Sanduhren versehen. Das Kreuz zeigt über dem Haupte Christi eine Traube. Hinter dem Haupte ist ein diagonal gestelltes Strahlenkreuz dargestellt und unter seinen Füßen eine Ähre. Im großen Sockel sind zwei Aluminiumplatten eingelassen, die die Bestatteten benennen.

Während die Verbindung von Kruzifix und Abendmahl (auf das die Ähren und die Weintraube hinweisen) wenn auch ungewohnt, so doch nachvollziehbar ist, ist mir der Rosenkranz, der sich ja im Zentrum des Bildwerkes befindet, rätselhaft. Handelt es sich um einen Siegeskranz, der für den Triumph der Auferstehung stünde?  oder aber um eine Gebetskette, die an die überwindende Kraft der Gebete erinnert? 

Rätselhaft sind auch die geflügelten Sanduhren. In der bildenden Kunst ist die Sanduhr ein mahnendes Zeichen für die Vergänglichkeit alles Bestehenden. Dazu passen allerdings die Flügel als Attribute nicht.

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