Am Freitag, 16. Januar 2026, war es endlich so weit: Die Biografiewerkstatt Farmsen-Berne mit ihren Mitgliedern stellte ihr aktuelles, neuntes Buch vor!
Nicht nach Plan lief die Woche vor dem Termin, in der Hamburg von heftigem Schneefall und niedrigen Temperaturen betroffen war. Würde die Kirche überhaupt besucht werden? Erst kurzfristig war klar, dass die Wege wieder begehbar waren! Welch ein Glück!
Und die Friedenskirche wurde voll. Viele Interessierte und Familienangehörige waren erschienen und erwärmten die Friedenskirche. Fast alle Bänke waren besetzt.
Pastorin Corinna Claussen sprach ein Vorwort als Einleitung. „Sei klug und halte dich an Wunder“ war das Motto, das sie voranstellte, ein Zitat von der Schriftstellerin Mascha Kaleko. Wunder entstehen auch aus Lebenskrisen und Lebenswendungen, die Menschen erleben, ohne daran zu zerbrechen. Es geht immer irgendwie weiter!
Alle 10 Kurzbiografien wurden in Ausschnitten vorgestellt. Die persönlichen Schicksale, die in den Kurzbiografien näher beschrieben werden, stehen für die Einmaligkeit und Kostbarkeit jedes Lebens: Da ist das Mädchen, das von der Mutter herabgewürdigt wird, aber trotzdem hartnäckig und erfolgreich ihren Lebensweg verfolgt. Eine weitere Biografie beschreibt eindringlich das Erleben der großen Sturmflut 1962 in Hamburg. Da wird über eine Kindheit im beengten Kirchenkeller in Berne berichtet, als eine Familie froh und dankbar war, dort eine Zuflucht gefunden zu haben. Es wird über eine Kindheit in Japan berichtet und über Schiffbruch im Chinesischen Meer, um nur einige Lebensgeschichten zu nennen. Für die musikalische Untermalung sorgte auch diesmal Katrin Oestmann am Klavier.
Sehr berührend waren auch die Wiedersehensszenen der Interviewpartner und ihrer ehrenamtlichen SchreiberInnen. Jede/r InterviewpartnerIn erhielt eine rote Rose und ein Buch aus den Händen der Gesprächspartnerin aus der Biografiewerkstatt. Aus etlichen Interviews sind Vertrauensverhältnisse entstanden, aus denen beide Seiten bereichert hervorgingen. Die Beteiligten waren dankbar, die Möglichkeit zum Erzählen und die Kraft des Zuhörens erlebt zu haben.
Ihre Lebensgeschichten werden als ein weiterer Mosaikstein der Erinnerungskultur in diesem Buch bewahrt und erinnert – so können sie nicht mehr verloren gehen.
Dies war die letzte offizielle Veranstaltung vor der Entwidmung der Friedenskirche in der Lienaustraße. Zukünftig trifft sich auch die Biografiewerkstatt in der Erlöserkirche am Bramfelder Weg.
Susanne Mücke-Spode