„Bittet, so wird Euch gegeben“, oder auch „Betet, so wird Euch gegeben“. Wie oft bitten wir um etwas und bekommen es doch nicht. Das fängt bei Kleinigkeiten an, wie dass jeder sein benutztes Geschirr in den Geschirrspüler einräumt, damit es nicht die Mutter tun muss und hört bei großen Dingen, wie einem Kreditantrag für eine neue, dringliche Anschaffung auf.
Mit dem Beten ist es auch oft so. Da beten wir zu Gott und wenden uns an ihn und der unheilbar kranke Freund wird nicht gesund. Oder die Arbeitsstelle wird doch gekündigt. Das ist schwierig anzunehmen. Es ist auch zu einfach zu sagen: „Gott weiß schon was gut für mich ist, dann war das jetzt nicht dran.“
Gott ist weder ein Wunscherfüller, noch ein Zauberer. Er greift nicht in das Geschehen der Welt ein und er sitzt auch nicht auf einer Wolke und reibt sich die Hände, wenn etwas passiert, das uns richtig weh tut.
Auch wenn wir das Gefühl haben, dass er uns „hängen lässt“, ist es wichtig und gut mit ihm zu sprechen, zu ihm zu beten. Beim Beten geht es darum, dass uns im Gebet unsere eigenen Wünsche und Sehnsüchte bewusst werden. Wir nehmen uns dabei Zeit zur Selbstreflexion und finden Worte für Gefühle. Daraus können Ideen werden, für die wir dann Wege und Möglichkeiten finden, um sie Wirklichkeit werden zu lassen.
Vielleicht finden Sie in diesen Tagen etwas Zeit für ein kurzes Gebet zu Gott. Ich wünsche Ihnen die Erfahrung, dass Sie daraus Kraft schöpfen können für den nächsten Schritt.
Ihre Bernadette Kuckhoff
Pastoralreferentin in der Pfarrei Seliger Johannes Prassek
b.kuckhoff@johannes-prassek.de