Reformationstag 2026: Hinschauen, wo das Gute wächst Gott und die Welt

Am 31. Oktober gedenken wir der Reformation. Mancher fragt sich: Was geht mich das heute noch an? Vor über 500 Jahren stellte Martin Luther eine Ordnung infrage, die als unerschütterlich galt. Dahinter stand der Mut, die Dinge nicht einfach hinzunehmen, sondern nach Veränderung zu suchen. 

Genau dieser Geist ist heute wieder gefragt. Wir leben in Zeiten globaler Krisen, gesellschaftlicher Spannungen und tiefer Spaltungen – in der Politik, in Kirchen und oft auch in Familien. Da wäre es bequem, die Arme zu verschränken und zu klagen. Doch der Reformationstag erinnert daran: Veränderungen brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen. Reformation ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Sie bleibt ein fortwährender Prozess. 

Dazu gehört auch, den Blick nicht allein auf das Negative zu richten. Wir haben uns daran gewöhnt, zuerst das Fehlende, Kaputte und Bedrohliche wahrzunehmen. Dabei sind die Spuren des Guten längst sichtbar (vgl. K. Fehrs Botschaft 2026): im Nachbarn, der hilft, in Initiativen für Geflüchtete, in den vielen stillen Gesten, die oft unbeachtet bleiben. 

Vor allem aber gilt: Trotz aller Krisen ist es unsere Aufgabe, den Spuren des Guten Raum zu geben und Spaltungen mit Mitmenschlichkeit und Gelassenheit zu begegnen. Wer anderen wirklich zuhört und ihnen mit Respekt begegnet, stärkt das Miteinander und schafft Vertrauen. 

Deshalb feiern wir den Reformationstag nicht in Abgrenzung und nicht als Besitzstand einer Kirche, sondern als Einladung zum Dialog: Mit Kultur, Politik und Zivilgesellschaft. Die Frage nach dem guten Leben für alle verbindet Menschen weit über konfessionelle Grenzen hinaus. 

Vielleicht ist das das Wichtigste Erbe der Reformation: die Freiheit, hinzuschauen, zu fragen und neu anzufangen – im Vertrauen darauf, dass das Gute stärker ist als das, was uns trennt. Dazu lädt der 31. Oktober ein: Hinsehen, wo das Gute wächst, es fördern und feiern. Und dann anpacken – entschlossen, gelassen und voller Hoffnung, 

meint Ihr Ekkehard Wysocki 

Markuskirchengemeinde
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