Rückblick Gemeindeversammlung am 6. Februar 2024

Zur Gemeindeversammlung waren knapp 30 Menschen ins Gemeindehaus Berne gekommen. Pastorin Fehring und Pastorin Stolt aus der Organisationsentwicklung im Kirchenkreis Hamburg-Ost haben zu Beginn die dramatische Entwicklung der Rahmenbedingungen für kirchliches Arbeiten in Hamburg dargestellt:  

Stark sinkende Gemeindeglieder-Zahlen – das bedeutet für unsere Gemeinde konkret von 1992 bis 2023 ein Rückgang um gut 50 % auf 6.200 Mitglieder; Prognose bis 2035 Rückgang um 70 % auf 4.000 Mitglieder. 

Entwicklung der Pfarrstellen: Von den derzeit 2,75 Stellen werden uns 2030 rechnerisch noch 1,71 und 2035 1,41 Pfarrstellen zur Verfügung stehen. Die Besetzung wird aufgrund des Generationswechsels und des Fachkräftemangelns immer schwieriger, auch gibt es wenig Bewerbungsandrang auf Pfarrstellen in Hamburg. In unserer Gemeinde wird diese Reduzierung 2027 mit dem Ruhestand von Pastor Wippermann und Pastorin Cassens-Neumann greifen. 

Entwicklung Gebäude: Der ererbte Gebäudebestand ist zu groß geworden. Wir haben mehr Kirchen als die Gemeinden heute und in Zukunft brauchen und finanzieren können. Es ist eine notwendige Reduzierung bis 2035 um 65 % auf 35 % des derzeitigen Bestandes notwendig. 

In dieser Situation rät der Kirchenkreis zu einem vorausschauenden, planvollen Rückbau und die Gemeindearbeit in einem größeren Verbund zu organisieren, so wie wir es im Kirchengemeindeverband Rahlstedt tun. 

Für aufgegebene Kirchen wird die Lösung „Abriss für Mietwohnungsbau, dessen Erträge kirchliche Arbeit stützen“ favorisiert. Diesen Weg hat auch der Kirchengemeinderat mit seiner Entscheidung zum Abriss der Friedenskirche und der Änderung des Planrechtes für Wohnungsbau eingeschlagen. 

Im zweiten Teil der Gemeindeversammlung stand die Auseinandersetzung mit dem Bürgerbegehren zum Erhalt der Friedenskirche im Fokus. Der Kirchengemeinderat stellte noch einmal dar, dass aufgrund der finanziellen und strukturellen Veränderungen ein Erhalt und Betreiben der Friedenskirche über 2025 hinaus nicht möglich ist.  

  • Der Haushaltsplan 2024 ist mit -77.5000 € bereits defizitär. 

  • Der Alleinstellungsaufwand für die Kirche (Trennung vom Gemeindehaus) beträgt mindestens 250.000 € 

  • Die Sielsanierung nur für die Kirche kostet mindestens 29.000 € (mit Gemeindehaus 83.000 €) 

  • Laufende Betriebskosten Kirche/Gemeindehaus: ca. 51.000 € jährlich 

  • Die jährliche Bauunterhaltungsrücklage muss von derzeit 49.000 € auf 105.640 € angehoben werden. 

  • Nicht berücksichtigt sind Sanierungskosten größeren Ausmaßes und die Kosten zur Erreichung der Klimaneutralität 2035. 

Bei einem Erfolg des Bürgerbegehrens würde das gesamte Gelände ab 2026 brach liegen, da er ja ein Ausschluss aus dem Bebauungsplanverfahren bedeutet und der Kirchengemeindeverband Rahlstedt als Eigentümer des Grundstückes und der Gebäude dann keinen Wohnungsbau betreiben kann. 

Es ist ein weiteres Gespräch zwischen der Initiative und der Gemeinde/dem KGV Rahlstedt verabredet mit dem Ziel, ein Brachliegen des Geländes zu verhindern. 

A. Caßens-Neumann für den KGR

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