Vom Wachsen und Warten Gott und die Welt
Die Gartensaison hat begonnen. In diesen Tagen verbringen wir wieder viel Zeit im Garten. Die ersten Beete sind vorbereitet, Samen in die Erde gelegt, zarte Pflanzen eingesetzt. Und wie in jedem Jahr gehört dazu vor allem eines: Geduld.
Denn im Garten geht nichts auf Knopfdruck. Was heute gesät wird, ist morgen noch lange nicht zu sehen. Man gießt, lockert die Erde, zieht Unkraut – und wartet. Ob etwas wächst, liegt nur zum Teil in der eigenen Hand.
Dieses Zusammenspiel aus Tun und Vertrauen erinnert an viele biblische Bilder. Jesus selbst spricht vom Säen und Wachsen. „Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft … und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie.“ Ein schlichtes Bild, aber eines mit Tiefe: Wachstum geschieht oft im Verborgenen.
Auch im eigenen Leben ist das nicht anders. Wir wünschen uns schnelle Ergebnisse, klare Fortschritte, am besten sofort sichtbar. Doch vieles braucht Zeit: Beziehungen, Entscheidungen, persönliche Veränderungen. Nicht alles lässt sich erzwingen.
Der Garten lehrt, diesen Rhythmus auszuhalten. Es gibt Zeiten des Säens und Zeiten des Wartens, Zeiten des Wachsens und Zeiten der Ernte. Und manchmal auch Zeiten, in denen etwas nicht aufgeht, obwohl man sich bemüht hat.
Die Bibel beschreibt dieses Vertrauen immer wieder: dass Leben wächst, auch wenn wir es nicht vollständig verstehen oder kontrollieren. Dass Gott wirkt, leise und oft unscheinbar – wie ein Samen in der Erde.
Vielleicht liegt darin eine tröstliche Erkenntnis. Wir müssen nicht alles selbst machen. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen: säen, pflegen, aufmerksam bleiben. Und dann darauf vertrauen, dass Wachstum geschieht.
Im Garten wie im Glauben gilt: Nicht alles ist sofort sichtbar. Aber vieles ist schon längst im Werden.
Ihre Regina und Ekkehard Wysocki
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